Aus der Nordwestschweiz wurde uns ein aktueller Betrugsversuch gemeldet: Zwei Männer serbischer Herkunft boten massive Ketten mit 585-Stempel zum Ankauf an. Die Stücke waren allerdings nur hochwertig vergoldet. Ein reiner Säuretest hätte nicht ausgereicht. Erst durch konsequentes Anfeilen wurde sichtbar, dass es sich nicht um massives Gold handelt.
Vorgehensweise der Täter
- Auftreten als ausländische Verkäufer ohne Wohnsitz in der Schweiz
- Hochwertig vergoldete Ketten mit 585-Stempel
- Druckaufbau durch Gespräch, Diskussion oder Zeitdruck
- Bereitschaft, auf die Polizei zu warten, später jedoch Flucht
Handlungsempfehlungen für Edelmetallfachleute
- Identität genau prüfen
- Wohnsitz klären (evtl. Ausländerausweis verlangen)
- Ausweis genau kontrollieren und Unterschrift mit Ausweis abgleichen
- Warenwert hinterfragen
- Spezielle Vorsicht bei Beträgen im Bereich von mehreren Tausend Franken
- Vorsicht bei ungewöhnlich hohen Volumen
- Gründlich testen und prüfen
- Nicht nur Säuretest, auch anfeilen wenn nötig
- Bei Unsicherheit: Prüfung durch Experten ankündigen
- Keine Hektik zulassen
- Kein Zeitdruck
- Keine Ablenkung
- Die Gesprächsführung bleibt bei Ihnen
- Rechtliches beachten
- Ein Delikt liegt nur vor, wenn mit identischer Unterschrift wie im Ausweis unterschrieben wurde
- In der Schweiz wohnhafte Täter sind verfolgbar (aufwendig, aber möglich)
- Täter mit Wohnsitz im Ausland: faktisch kaum durchsetzbar
Unser Appell an Ihre erhöhte Aufmerksamkeit:
Fahren Sie die Antennen aus. Sie führen das Gespräch. Sie entscheiden. Bei Verdacht oder ungutem Gefühl besteht keine Verpflichtung zum Ankauf.
Im Zweifelsfall gilt: Sicherheit vor Geschäft.